Virtuelle Koloskopie - Funktionsprinzip
Darmkrebs ist nach wie vor die zweithäufigste Krebserkrankung von Männern und Frauen in Deutschland. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund
50.000 Menschen daran und 30.000 sterben an den Folgen. Darmkrebs entwickelt sich aber meistens sehr langsam über fünf bis zehn Jahre aus
harmlosen Vorstufen, den Polypen, und kann in frühen Stadien oft völlig geheilt werden.
Die virtuelle Koloskopie ist ein neueres High-Tech-Verfahren, bei dem das Innere des Darmes betrachtet und auf Veränderungen untersucht wird. Im Gegensatz zur klassischen Darmspiegelung (Endoskopie) müssen bei der virtuellen Koloskopie keine Instrumente in den Körper eingebracht werden.
Der Radiologe benötigt Bilder, die exakt das Innere des kompletten Dickdarmes darstellen. Um diese Aufnahmen zu erhalten, führt er eine
Computertomographie (CT) des Bauchraumes durch. Aus den hierdurch gewonnenen Daten werden feine Schnittbilder des Körperinneren erzeugt, die
Schicht für Schicht die Gewebestrukturen der Organe darstellen. Eine spezielle Software wandelt anschließend die Aufnahmen in dreidimensionale
Bilder um. Der Arzt sitzt vor seinem Monitor und begibt sich auf eine virtuelle Fahrt durch den Darm, dessen Innenansicht sich mit all seinen Windungen
und Biegungen auf dem Bildschirm darstellt. Darüber hinaus kann er auch alle anderen Organe und Strukturen außerhalb des Darmes mit beurteilen.
Die Untersuchung kann vielfach ohne Beruhigungsmittel durchgeführt werden.
Für Patienten, bei denen eine CT-Untersuchung des Bauchraums (Abdomen)
vorgenommen wird, können wir als Zusatzleistung auf Wunsch die Datensätze
für die virtuelle Koloskopie gesondert heraus rechnen, so dass keine zweite
Untersuchung notwendig wird.